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01.11.11


Wer hätte das gedacht: sechs Jahrzehnte und dann so was. Da hat man uns Deutschen so lange und so oft erklärt, wie gut doch Demokratie sei, was sie nicht alles an Werten schuf - und wie fortschrittlich sie das Leben der einzelnen Völker noch heute gestalte. Was haben wir nicht alles für sie aufgegeben: unsere Freiheit, unsere Selbstbestimmung, unsere Ehre und unser Volk. Und jetzt, urplötzlich soll dieser Traum wie eine Seifenblase zerplatzen? Diese unser aller Leben bestimmende, unverrückbare, mustergültige Scheinwelt?

Haben wir dafür die ganzen Jahre über mit unseren Mehrheitsentscheidungen jene Demokratie-Vertreter an der Macht gehalten, die uns nun sagen Demokratie wäre ein „Störfaktor“? Hielten wir dafür all die Jahre unseren Mund und ordneten uns willfährig der Ausbeutung und Verantwortungslosigkeit der Demokraten unter? - Also uns wurde immer gesagt, das Volk habe in einer Demokratie nichts zu melden, sondern die wirklichen Mehrheitsentscheide werden erst im Parlament von jenen ausgetragen, welche als Volksvertreter gewählt wurden.

Und nun kommt da plötzlich wer aus Griechenland, dem Fast-Ursprungs-Land der Demokratie, der sein Volk selbst darüber entscheiden lassen will, ob es die weiteren Zinsknebelungen der EU mittragen oder endlich wieder unabhängig werden will. Das passt aber so einigen bundesdeutschen Demokratie-Vertretern nicht, insbesondere dem einen von der Zwei-Prozent-Partei mit dem Anfangsbuchstaben „F“. Warum? Weil dies weitere Länder Europas mit sich reißen könnte, die sich ebenfalls von der Zinsknebelung des noch bestehenden EURO lossagen wollen. Damit würde natürlich der endgültigen Verwirklichung ihres längst beschlossenen, einheitlichen Europastaates einiges im Wege stehen.

Dies weiß natürlich auch Rainer: „Das klingt danach, dass man sich da irgendwie rauswinden will, aus dem, was man jetzt verhandelt hat.” Und das sei dann auch die Konsequenz einer solchen demokratischen Entscheidung, die dann auch ganz demokratisch zu tragen sei. Das ist jetzt aber auch wirklich unerhört! Wie kann man in einer Demokratie nur demokratische Mittel anwenden? Will man hier etwa in der Demokratie mit der Demokratie die Demokratie besiegen? Nein, denn ohne Griechenland droht dieses ganze Kartenhaus endgültig zusammenzubrechen.

Und das sich nun gerade Merkel & Co. so unverhohlen dagegen aussprechen, dass das griechische Volk selbst über seine zukünftigen Lebensbedingungen entscheiden soll, gewährt tiefe Einblicke in das Zukunftsverständnis dieser seelenlosen Akteure für unser Volk.




Weiterführende Artikel zum Thema


  1. Das soziale Subsystem der Politik kennt die Demokratische Wahl als Kern der westlichen Bürgerfreiheit. Eine Wahl besteht aus dem Wähler, dem Wahlgegestand oder Kandidaten und der letztlich abgegebenen Stimme. Die Wahl ist eine Kommentierung und direkte Vertrauensvergabe, vor dieser jedoch Vorwahlen über dem Wähler, dem Wahlgegenstand und der Stimme abgehalten werden, und so unbemerkt die eigentliche Wahl vorentscheiden. Über dem Wähler entscheidet das Wahlrecht, welches über das Klassenwahlrecht, Geschlecht, Alter und dem Kreis der Mitgliedschaften bestimmt. Der Wahlgegenstand, als Kandidat, wird innerhalb der Systemparteien durch die Listenplatzierung vorbestimmt. Andere Wahlgegenstände, wie die EU Verfassung, bzw. der Lissabon Vertrag, müssen in einem Vorwahlakt überhaupt erst zur Wahl vorbestimmt werden, wie es dies exemplarisch in der EU die Iren abstimmen durften und andere nicht. Der demokratische Wahlakt entsteht also aus der Willkür der Systemparteien, welche vorher überlegen, ob eine Wahl ihnen nützt oder nicht. Zum Schluß bestimmen die Systemparteien über die abgegebenen Stimmen ab, kommentieren und bewerten ihr Gewicht durch die 5% Klausel oder lassen wie in Irland, solange wählen bis ihnen das Ergebnis zusagt. Damit gerät die demokratische Wahl vollends zur Willkür und totalitärer Macht der Systemparteien, da diese nach dem gewünschten Wahlergebnis plötzlich nicht mehr an weiteren Wahlen interessiert sind.

  2. Vollkommen richtig! Diese Figuren erkennen nicht einmal, dass wir gegen ihre Republik ankämpfen, weil es eben eine Republik ist, sondern weil diese Republik unser Volk bewusst in den Tod führt. Wir würden gar nicht gegen ihre äußere Form kämpfen, wenn denn der Inhalt ein des deutschen Volkes würdiger und vor allem lebenserhaltender wäre. Bin ich jetzt ein Aufstachler?

  3. "[...] Den Griechen, dieser Avantgarde der Verzweiflung, gebührt Dank dafür, dass sie diese Frage stellen und als erste darauf antworten werden. Und uns bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass eine Wirtschaftskrise immer den ersten Akt des Zusammenbruchs der Demokratien einleitet." - Pariser Zeitung "Libération"

  4. Also politisch wie aktivistisch seid ihr allemal glaubwürdiger als diese linken Schnarchnasen hier, die täglich damit beschäftigt sind eure Aufkleber zu entfernen, welche wenige Stunden später wieder da sind.

    Musste mal gesagt werden!

  5. Ach herrje! Das Wort Volksabstimmung ist gefallen und die Börsen sinken in den Keller. Ein wahrhaft böses Unterfangen...

  6. Oh, oh. Böse Zungen, die da sprechen, in der Demokratie mit der Demokratie die Demokratie besiegen zu wollen. Schlimm. :)

    Aber wir wissen, dass dies schon mal geschafft wurde. Es wäre lediglich die Frage nach dem Sinn, es noch einmal zu versuchen. Doch die Zeiten ändern sich zu rasant, um diesen Weg aufzugreifen und dadurch etwas Großes zu schaffen. Deshalb bleibt nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten es zu bewegen und gemeinsam zu meistern - als Volksbewegung!

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