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28.12.11

Geboren wird Friedrich am 24. Januar 1712 in Berlin als Sohn des berühmten preußischen Soldatenkönigs und dessen Gemahlin Sophie Dorothea von Hannover. Der Kronprinz erfährt eine beispiellos harte Erziehung. Als er, der musisch begabte Feingeist, sich dem spartanischen Erziehungsdenken des Vaters durch Flucht entziehen will, lässt der König ihn zum Tode verurteilen. Im allerletzten Augenblick begnadigt der Soldatenkönig den 18-jährigen Sohn, der jedoch zuschauen muss, wie sein Fluchtgenosse Katte geköpft wird.

Dadurch gestählt, tritt Friedrich nach dem Tode des Vaters am 31. Mai 1740 die Regierung an. Er ist nun für bald ein halbes Jahrhundert der aufgeklärte Monarch und kunstsinnige wie fortschrittliche Schöpfer des modernen Preußen einerseits und der große Feldherr, der an vorderster Front in den Kriegen kämpft, andererseits.

Nur vier Tage nach seinem Regierungsantritt schafft er als erster die Folter ab. Er unterbindet das Bauernlegen, sichert die Ernährungsversorgung der ärmeren Volksschichten, baut die Infrastruktur, vor allem die Verkehrswege aus. Schafft ein vorbildliches Schulwesen, gewinnt neues Siedlungsgebiet im Oder- und Netzebruch, fördert Industrie und Handwerk, lässt Wissenschaft und Kunst erblühen. Er empfindet sich als nur dem Gemeinwohl verpflichteter „erster Diener meines Staates“.

Hinzu kommt der große Schlachtenruhm eines der außergewöhnlichsten Herrscher europäischer Geschichte. In den Kriegen 1740-42 und 1744-45 entwindet er mit genialer Strategie und mit Glück dem Hause Habsburg Schlesien. Sein Dauerkonflikt mit Maria Theresia, der bedeutenden Monarchin in Wien, hält Mitteleuropa auf Jahrzehnte in Atem. Dann der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763: Ein Weltkrieg zwischen den Großmächten England und Frankreich um die Vorherrschaft in Amerika und Asien, in Europa der Versuch eines gigantischen Bündnisses der Mächte Frankreich, Österreich, Schweden und Russland, den Aufsteigerstaat Preußen zu vernichten.

Trotz furchtbarer Niederlagen rafft Friedrich sich und die Seinen immer wieder auf, hält durch, bis seine ärgste Widersacherin, die Zarin im Kreml, stirbt und Russland aus dem feindlichen Bündnis ausscheidet. Preußen ist gerettet, steigt sogar 1763 im Frieden zu Hubertusburg in den Kreis der Großmächte auf.

Friedrichs Mut ist unterdessen legendär geworden. Seine Soldaten sind fest überzeugt, dass der König kugelfest sei und die Geschosse nach der Schlacht aus seinem Dreispitz schüttele. Einmal geht er sogar, von seinen tapfersten Grenadieren verlassen, allein auf den Feind zu. Ein General holt ihn gerade noch ein, fragt: „Sire, wollen Sie den Feind ganz alleine schlagen?“ - Im Schloss zu Lissa gerät Friedrich mitten unter das Gewimmel des Feindes, Österreicher, Kroaten, Panduren. „Messieurs, kann man hier wohl noch unterkommen!“, sagt er geistesgegenwärtig und verblüfft den Feind, bis die Seinen ankommen.

„Er zwang die Deutschen wieder, an die Wunder des Heldentums zu glauben“, sprach ihm Fichte zu. Am 17. August 1786 stirbt der große König in seinem Schlösschen Sanssouci bei Potsdam, wo er 205 Jahre später, 1991, seine letzte Ruhe fand.




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  1. "Nur vier Tage nach seinem Regierungsantritt schafft er als erster die Folter ab. Er unterbindet das Bauernlegen, sichert die Ernährungsversorgung der ärmeren Volksschichten, baut die Infrastruktur, vor allem die Verkehrswege aus. Schafft ein vorbildliches Schulwesen, gewinnt neues Siedlungsgebiet im Oder- und Netzebruch, fördert Industrie und Handwerk, lässt Wissenschaft und Kunst erblühen. Er empfindet sich als nur dem Gemeinwohl verpflichteter „erster Diener meines Staates“."

    Kein Demokrat hat das je vermocht. Und man sollte nicht davon ausgehen, dass es je einer tun wird. Danke für den Artikel!

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