Im Jahre 9 nach der Zeitenwende, im September und im Teutoburger Wald, bezwingt er – an der Spitze seiner Germanenheere kämpfend – Varus mit 25.000 römischen Legionären, das beste Heer Roms an Tapferkeit, Manneszucht und Kriegserfahrung.
Noch nie seit dem Aufstieg zum Weltreich ist Rom so vernichtend geschlagen worden. „Das Reich, das vor dem Ozean nicht haltmachte, ist am Rheinstrom zum Stehen gekommen“, teilt der römische Schriftsteller Florus der Nachwelt mit. Armin ist es, der Mitteleuropa vor dem Schicksal bewahrt, zur endgültigen Kolonie Roms abzusinken. Er schafft vor allem die Grundlagen, dass sich Volk und Staat der Deutschen entwickeln können.
Armin entstammt einem vornehmen Cherusker-Geschlecht. Seine Eltern sind pro-römisch. Als Vertreter seines Germanenstammes, der Vorfahren von Westfalen und Niedersachsen, kommt er als Jüngling nach Rom. So lernt Hermann von Kind an das Kriegshandwerk in den Reihen der römischen Armee. Er wird dort Ritter, ohne sich jedoch vom Imperium betören zu lassen.
Nachrichten aus der Heimat am Weserstrand empören ihn. Der aus den römischen Provinzen in Afrika und Syrien nach Germanien entsandte Statthalter Quintilius Varus plündert dort Land und Volk brutal aus. Hermann empfindet dies wie die anderen Germanen auch als Schande und Unrecht. Obwohl er wie ein Römer erzogen wurde und römischer Offizier ist, spricht in ihm die Stimme des Blutes. Er fühlt sich seinem Volk verbunden. Armin kehrt im Jahre 7 nach der Zeitenwende heim und beginnt mit todesverachtendem Mut, den Widerstand zu organisieren.
Sechs Jahre nach dem Triumph im Teutoburger Wald fällt Armins Gemahlin Thusnelda in römische Hand. Der Germanenführer wird sie nicht wiedersehen. Seinen in Gefangenschaft geborenen Sohn bekommt Armin nie zu Gesicht. Die Spuren seiner Frau und seines Sohnes verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Im Jahre 17 besiegt Armin den Markomannen Marbod, seinen größten germanischen Widersacher, dem das Gold Roms mehr bedeutete, als der Mann, der seine Heimat dreimal vor dem Joch des Imperiums bewahrt hatte. Der Weg zum Großgermanischen Reich scheint offen. Doch wird der Cherusker bald darauf Opfer inneren Zwistes. Verwandte beschuldigen ihn, er strebe nach der Königsherrschaft. Schließlich wird er ermordet.
Der große Mann, der seiner Zeit Jahrhunderte voraus war, fällt dem Neid und der Eifersucht zum Opfer. Aber im Herzen seines Volkes lebt er durch seine Taten weiter. Im 16. Jahrhundert erinnert man sich in Deutschland seiner wieder. Luther schreibt: „Ich hab in von hertzen lib.“
Ernst Moritz Arndt gedachte mit folgenden Worten des Großartigen: „An der Schlacht im Teutoburger Walde hing das Schicksal der Welt, darum ist Hermann Weltmann geworden. Er ist nicht bloß etwas Poetisches für uns, etwas bloß durch das graue Altertum und den Wahn der wachsenden Zeitlänge Geheiligtes. Nein, er ist etwas Ewiges und Wirkliches, weil wir noch durch ihn sind, weil ohne ihn vielleicht seit sechzehnhundert Jahren hier kein Deutsch mehr gesprochen sein würde.“
So bleibt Hermann einer der größten Germanen und genialsten Führer seiner Zeit, der Retter und Befreier Germaniens.
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Ist Armin jetzt Hermann oder wie kann ich das verstehen? Meine Unwissenheit beschämt mich.
@Anonym
Latein: Arminius - Deutsch: Hermann, Armin oder Irmin. Deshalb auch Armin der Cherusker; Hermann der Cherusker genannt.
Vom Klang empfand ich es schon recht ähnlich. Vielen Dank für die Aufklärung.