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22.01.12

Otto I.

Der Einiger, König und Kaiser Otto I., der als „der Große“ in die deutsche Geschichte eingegangen ist, kommt am 23. November 912 zur Welt. Er ist Sohn des deutschen Königs aus sächsischem Herzogshaus, Heinrich I., der als Begründer des ersten Deutschen Reiches gilt. Als Nachfolger seines Vaters wird Otto am 7. August 936 in Aachen über dem Grab Karls des Großen zum deutschen König gekrönt.

Zunächst muss Otto die Widersacher in der eigenen Familie und im eigenen Volke bezwingen - bändigen. In unerhört bitteren Kämpfen und unter todesmutigem Einsatz seiner selbst unterwirft er die unbotmäßigen Herzöge von Franken, Lothringen und Bayern. Alle Kraftanstrengungen hält er eisern durch und verhindert so, dass das junge Reich – kaum begründet – wieder zerfällt.

Am 10. August 955 wirft sich Otto mit einem gesamtdeutschen Heer den Ungarn zur Entscheidungsschlacht entgegen. Die Madjaren sind seit vielen Jahren schon die Geißel Europas und nun mitten ins Deutsche Reich vorgestoßen. Der welthistorisch bedeutsame Kampf tobt auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Otto selbst steht an der Spitze des Reichsheeres, stürmt seinen neuen Panzerreitern mit Schild und Heiliger Lanze voran. Letztlich entscheidet Konrad der Rote mit seinen fränkischen Rittern die gigantische Schlacht. Die Ungarn sind bezwungen. Das erste Deutsche Reich hat seine Bewährungsprobe, die Ungarnnot, glänzend bestanden.

Die Gefahr von Außen schweißt die deutschen Stämme zusammen. Es entsteht ein inniges Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist Otto I., der den Stämmen der Sachsen, Bayern, Schwaben und Franken ein eigenes Selbstbewusstsein als Gemeinschaft gibt. Er gilt als Einiger, der das Reich zunächst nach Westen und Süden hin festigte und ausdehnte. So nimmt er auch die Eiserne Krone der Langobarden an. Dann widmet er sich dem Osten, siegt über die Wenden und schafft damit die Grundfesten für die bald beginnende größte Leistung des deutschen Volkes im Mittelalter, die Ostsiedlung, also die Erringung altgermanischen Siedlungslandes ostwärts der Elbe.

Am 2. Februar des Jahres 962 lässt sich der Sachse Otto in Rom zum Kaiser des Heiligen Reiches krönen. Es ist die Wiedererrichtung des von Karl dem Großen mehr als anderthalb Jahrhunderte zuvor erneuerten Kaisertums. Im Jahre 971 erreicht Otto der Große die Anerkennung des deutschen Kaisertums durch Byzanz. Damit erklimmt er den höchsten Gipfel seiner Herrschaft. Ihm ist noch vergönnt, den glänzendsten Reichstag seiner Zeit, 973 in Quedlinburg, zu erleben, dann verscheidet er am 7. Mai des Jahres in Memleben an der Unstrut.

Wenig später wird der Bewahrer und Einiger des ersten Deutschen Reiches, der Festiger des Deutschtums - im Dom zu Magdeburg beigesetzt. Unter seiner Herrschaft entfaltete sich in Deutschland ein geistiges und künstlerisches Leben von einer Lebendigkeit, die man sonst in Europa im zehnten Jahrhundert nicht findet.




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